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Diakonie: Martinshof plant Versorgungszentrum

Bis zum Herbst 2006 soll im Martinshof Rothenburg ein medizinisches Versorgungszentrum entstehen. Erste Schritte sind gemacht. (16.11.2005)

Medizinische Versorgungszentren sind normalerweise die Sache von Krankenhäusern. Wenn der Martinshof Rothenburg als diakonische Einrichtung, in der alte und behinderte Menschen leben und arbeiten, nun den Aufbau eines solchen Zentrums plant, ist das eine Besonderheit. Am ersten Januar 2006 soll die hier integrierte Kooperation zwischen vier Ärzten verschiedener Fachgebiete zur medizinischen Betreuung der Martinshofbewohner eröffnet werden.


Rainer Stengel

Der erste Schritt dahin wurde vor wenigen Tagen gemacht, indem sich der Internist und Diabetologe Rainer Stengel mit seiner hausärztlichen Praxis im Bruderhaus des Martinshofes niederließ. Von hier aus wird er nicht nur nach innen für die Leute da sein, sondern auch als ganz normale Praxis den Kreis der regional ansässigen Hausärzte bereichern.

Seit 1996 hatte es auf dem Gelände des Martinshofes keinen Arzt mehr gegeben, nach fast hundert Jahren, in denen die ärztliche Versorgung selbstverständlich mit zur ganzheitlichen Sorge um den Menschen, zur Devise der Einrichtung gehörte. Vor sieben Jahren entschied die Kassenärztliche Vereinigung, die umliegenden Rothenburger Praxen könnten gut auch die Betreuung der Martinshofbewohner übernehmen.

Heute aber mangelt es im NOL-Kreis wie überall an Ärzten, viele gehen bald in den Ruhestand, es fehlt der Nachwuchs. Deshalb empfinden die hiesigen Hausärzte Rainer Stengel nicht als Konkurrenz, wie er befürchtet hatte. „Als ich zu ihnen ging und mich vorstellte, wurde ich mit offenen Armen und Erleichterung empfangen“, sagt der 41-Jährige. Die meisten seien überlastet, arbeiteten weit mehr, als ihr Budget erlaubt, seien froh über jeden, der ihnen Patienten abnimmt.

Wenn das Versorgungszentrum im Januar seinen Betrieb in der „Interimslösung“ Bruderhaus aufnimmt, werden die drei anderen Ärzte hoffentlich gefunden sein, erste Vorgespräche werden schon geführt. Als „Wunschkandidaten“ stellen sich Stengel sowie die beiden Vorstände des Martinshofes, Hartmut G. Knippscheer und Matthias Loyal, einen HNO-Arzt, eine gynäkologische sowie eine neurologisch/psychiatrische Praxis vor.

Im Herbst 2006 dann soll das Zentrum in einem an den Martinshof grenzenden bis dahin umgebauten Gebäude untergebracht sein.

Ines Eifler

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