Dorfkirche Kreba
Die Krebaer Kirche ist eine barocke
Saalkirche mit 3/8 Schluss und eingezogenen quadratischem Westturm. Sie
ist auf den vorhandenen Fundamenten der 1625 erbauten ersten Kirche,
die am 7. Mai 1681 niederbrannte, neu errichtet worden. Sie gehört zu
einem Ensemble, bestehend aus Kirche, Kirchhof mit Mauer, Schloss, Park
und Wassertrum. Hier hat das Dorf seinen Mittelpunkt.
Innerhalb des Kirchhofs befinden sich wertvolle Grabdenkmäler des 17. - 19. Jahrhunderts, u.a. die Ruhestätte des berühmten sorbischen Landschaftsmalers Heinrich Theodor Wehle. Unter dem Altarbereich der Kirche sind Gruften verborgen, von denen eine im August 2004 wieder zugänglich gemacht wurde.
Das Kirchengebäude ist ein verputzter Bruchstein- / Ziegelbau. Es ist durch das Kirchenschiff und den an der Westseite vorgelagerten 30m hohen Kirchturm klar gegliedert. Der Turm ist mit Schlüssellochfenstern versehen und durch ein ziegelgedecktes Walmdach abgeschlossen, welches dur zwei Wetterfahnen auf Kugeln bekrönt wird. Der äussere Schmuck besteht aus farblich abgesetzten Fensterrahmungen und aufgeputzten Eckquaderungen an Turm und Kirche. Als weitere schmückende Elemente sind die Eingangsportale auf der Süd- bzw. Nordseite hervorzuheben: Beim reich verzierten Südportal tragen seitliche Pilaster mit schweren Volutenkonsolen einen Rundbogen, der mit drei Pinienzapfen bekrönt ist. Der Rundbogen umschliesst eine Muschel mit Perlen als Sinnbild für die Empfängnis göttlicher Gnade. Das schlichte Nordportal stammt vermutlich aus dem ersten Kirchenbau von 1625, besteht aus Sandstein und trägt eine Stiftungsinschrift.
Der Innenraum der Kirche teilt sich durch einen Rundbogen, in den
durch Apsis, Nebenräume und darüber liegende gewölbte Patronatslogen
verengten Chor und den spiegelgewölbten Saal. Im Chor ist die Decke
über zwei Joche mit Kreuzrippengewölbe ausgeführt. An den Rippen
befinden sich Astragale, die in der Mitte in einen Kreisbogen enden. In
den Logen befinden sich Kreuzgratgewölbe. Hervorzuheben ist die
nördliche Patronatsloge, die der Krebaer Herrschaft gehörte und als
einzige Stuckverzierungen und Initialen des Stifters am Deckengewölbe
enthält. Der Schmuck besteht aus einzelnen Elementen der christlichen
Ikonografie wie Löwe, Engelsköpfe und Granatapfel. Die Entsprechung des
Logenschmucks findet sich an den Bogenfeldern der Chorwände.
Der Saal ist von Süd nach Nord mit profilierten Deckenbalken
überspannt, an welchen eine Schilfputzdecke befestigt wurde. An dessen
Süd- und Nordseite sind zweigeschossige Emporen erhalten. Die
Orgelempore ist eingeschossig und trägt wendische Inschriften aus der
Bibel. Die Emporen sind mit Malereien zur Eucharistie versehen (Ähren,
Trauben, Oblate und Kelch). Altaraufbau mit Doppelsäulen aus Sandstein
(1685) und Taufstein (1641) sowie die steinerne Kanzel wurden 1974
restauriert. Der Kanzelkorb ist in farbig gefasste Brüstungsfelder mit
Flachrelief unterteilt. Das Mittelfeld, das eine Christusfigur zeigt,
wird von zwei Evangelisten flankiert, die durch Akanthusblätter
voneinander getrennt sind. Der relativ flache Schalldeckel nimmt die
Akanthusform wieder auf. Getragen wird die Kanzel von zwei Engeln,
zwischen denen sich drei Wappen befinden. Eines gehört der Familie von
Rückhardt, die die Kanzel gestiftet haben soll.
Bemerkenswert ist der Erhalt originaler Substanz (Kirchgestühl, Türen, Türbeschläge, Türschlösser, Fußböden sowie Kachelofen in der nördlichen Loge) und die sehr gute Akustik. Der erste protestantische Pfarrer in Kreba, Petrus Sutorius ist 1540 von Martin Luther persönlich ordiniert worden.
