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Das Ullersdorfer Fastentuch

Einzigartig: Ein neues Fastentuch im Sprengel Görlitz in der Dorfkirche Ullersdorf (Kirchenkreis Niederschlesische Oberlausitz)

Fastentuch

Es fällt sofort auf, wenn man die kleine Dorfkirche in Ullersdorf in der Passionszeit (Zeit zwischen Aschermittwoch und Karfreitag) betritt. Mit seinen 180 x 220cm verhüllt ein Fastentuch den Altar und greift damit einen symbolträchtigen Brauch aus dem Mittelalter auf.
Die meisten historischen Kirchengebäude sind in einer Ost-West-Ausrichtung erbaut.
Der Altarraum im Osten wird durch die aufgehende Morgensonne ausgeleuchtet. Gott wird in der Bibel als Gott des Lichtes beschrieben und seine Gegenwart auf diese Weise sichtbar und nachvollziehbar gemacht. Dem gegenüber steht die untergehende Sonne im Westen als Symbol für die Dunkelheit in unserer Welt.
In der Passionszeit wird besonders an das Leiden  von Jesus Christus gedacht, der, wie es das christliche Glaubensbekenntnis sagt, mit seinem Tod am Kreuz „hinabstieg in das Reich des Todes“. Er starb für die Schuld eines jeden von uns und ohne seine Kreuzigung könnten wir nie Gemeinschaft mit Gott haben. Zum Zeichen dafür wird seit 2005 ab Aschermittwoch der Altar der Ullersdorfer Kirche verhüllt. In der Kirche war es somit Dunkel, weil das Licht Gottes verhüllt ist.
Auf dem Ullersdorfer Fastentuch sind Bilder zusehen, die neben der Schöpfung und dem Sündenfall  ausschließlich neutestamentlichen Inhalts sind.  Sie stammen aus der Kirche selbst und zieren dort die Emporen im Altarraum. Somit fügt sich das Fastentuch hervorragend in die Gesamtheit der Innenraumgestaltung der Kirche ein. Es ist auffällig und gut sichtbar, wirkt aber auf den Betrachter nicht erschlagend.
Im Ostergottesdienst wird das Fastentuch wieder abgenommen, weil Jesus mit der Auferstehung nicht im Grab blieb. Mit Ostern feiern wir seine Auferstehung: ein Fest der Hoffnung und des Lichtes, den Sieg des Lebens über den Tod. Für die  Christen ist die Zeit des Fastens und der Dunkelheit vorbei und der Weg zu Gott wieder frei.

Sachsenweit ist Ullersdorf die einzige Kirche mit einem Fastentuch, das in Gebrauch ist.
Angelehnt an die 2 Zittauer Fastentücher, welche ganzjährig museal zu bewundern sind, wird auch das Fastentuch in der Ullersdorfer Kirchen ganzjährig ausgestellt und kann im Rahmen von Gottesdiensten und Führungen zu besichtigen werden.
Als Besonderheit besteht die Möglichkeit,  das Ullersdorfer Fastentuch im Format DIN A3 mit dazugehörigem Begleitheft im Pfarramt Jänkendorf zu erwerben. 

Jänkendorf, 16.12.2009

gez. Helmut-Andreas Spengler (in Anlehnung  an einen Text von Rebekka Spengler zur ersten Indienstnahme)

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