Evangelische Wehrkirche St. Gallus und St. Ursula Nieder Seifersdorf

1. Kurzinfos

Name der Kirche: Wehrkirche St. Gallus und St. Ursula
Ersterwähnung: In einer Urkunde von 1239; Original in der Oberlaustitzschen Bibliothek der Wissenschaften in Görlitz
Baustil: romanisch mit ersten Anzeichen der Frühgotik: Spitzbögen am Portal und im Kirchenschiff
Höhe Kirchturmspitze: 40 m
Letzte Sanierungen: Chordach 2000
Besonderheiten: barocke Innenausstattung, spätromanischen Untergrundmalereien
Das Schönste: Die Bilderbibel: 40 biblische Emporenbilder von ca. 1700

Pfarrer: A. Fünfstück in Arnsdorf

Gottesdienst: in der Regel sonntags 8:45 Uhr;

seit Mai 2007 nach dem Gottesdienst 1 x im Monat anschließend Frühschoppen mit interessanten Gesprächspartnern in der ALTEN PFARRE

2. Zur Geschichte der Kirche

Im Jahr 1239 schenke die Frau des böhmischen Königs Wenzels IV. Seifersdorf und die benachbarten Dörfer dem Kloster Marienthal in Ostritz. Die Zisterzienserinnen hatten das Patronat über das Kirchgebäude noch bist 1863 inne, und das obwohl 1564 die Gemeinde evangelisch wurde!

Aus der spätromanischen Zeit stammt die Taufe aus Sandstein. Das große Becken verweist noch auf die Praxis, Kleinkinder bei der Taufe im Wasser unterzutauchen.

Das wehrhaft Äußere verdankt sich der unruhigen politischen Lage im 13. Jh. Diese Kirche, die von einer Mauer und früher noch von Wasser und Sümpfen umgeben, konnte in Notzeiten Zufluchtsort und Schutzraum sein. So vermittelt sie bis heute – typisch romanisch - die Botschaft: Gott ist „meine Zuflucht und meine Burg“ (Ps 91, 2). Die trutzige Außenansicht lässt die zurückhaltend - barocke Innenausstattung vom Ende des 17. Jh. kaum vermuten.

Der Altar - eine Schenkung der Äbtissin von 1693 - trägt u.a. ihr Wappen. Die Kanzel mit Evangelistenbildern verweist durch die Bilder am Aufgang auf den Sinn jeder Predigt! Vor allem aber die 52 Emporenbilder sind einzigartig und laden ein, die biblischen Geschichten wiederzuentdecken.