Vorstellung: Pfarrer i.E. Christian Huth

Pfarrer Christian Huth

Seit dem 1. Februar 2009 versieht Pfarrer i.E. Christian Huth seinen Dienst in der Evangelischen Trinitatiskirchengemeinde am See

Mein Name ist Christian Huth, ich wurde am 7. April 1975 in Leipzig geboren und bin ein echter Sachse. Die Christenlehre, dann der Konfirmandenunterricht, die Junge Gemeinde und vor allem die vielfältige musikalische Arbeit in unserer Tabor-Gemeinde in Leipzig-Kleinzschocher, stellten für mich in der DDR-Zeit eine ständige christliche Begleitung in meinem Leben dar. Die politische Wende in unserm Land durfte ich mit 15 Jahren von den kirchlichen Aktionen und Demonstrationen in Leipzig aus hautnah miterleben. Es ist für mich immer noch ein Wunder, auch wenn ich glaube, dass wir inzwischen so manche Chance zu wirklich neuen Ufern aufzubrechen zum Teil verspielt haben.

Nach Ablegung des Abiturs in Leipzig ging ich nach Bielefeld und leistete hier meinen Wehrersatzdienst beim CVJM Bielefeld e.V. (Christlicher Verein Junger Menschen). Neben hausmeisterlichen und verwal­tungstechnischen Tätigkeiten wurde ich auch in der christlichen Jugendarbeit eingesetzt. Hier kam ich auf einer Jugendfreizeit in Portugal zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Vorher schon in Ansätzen, wurde mir nun besonders bewusst, dass ich später als hauptamtlicher Mitarbeiter im geistlichen Bereich mit Menschen ar­beiten möchte. Ab 1994 machte ich eine Tischlerlehre. Dies war mir wichtig, weil ich denke, dass ein Pfarrer vie­le Dinge beherrschen muss, nicht nur im akademischen Bereich.

1997 begann ich das Theologiestudium in der Kirchlichen Hochschule Bethel (Bielefeld). 1999 wechselte ich dann nach Leipzig bis zum Examen im 13. Semester 2004. In dieser Zeit lernte ich das breite Spektrum der Theologie ausführlich kennen. Besonders interessierten mich die biblischen Fächer AT und NT, die mir die Bibel auf vielfältige Weise näher gebracht haben, wo ich aber auch manchen Kampf auszufechten hatte, wenn es nur um einseitig historisch-kritische Bibelauslegung ging. Die Bibel ist weit mehr als ein historisch zu verwertendes Dokument; sie ist Gottes lebendiges Wort, ohne das wir sehr arm dran wären. Wichtig war mir auch das Fach Praktische Theologie und Missionswissenschaft.

In der zweijährigen Vikariatszeit 2004-2006 mit Katechtikum und Gemeindevikariat war ich in Rochlitz (zwischen Leipzig und Chemnitz) und in Dölzig (bei Leipzig) tätig. Das Predigerseminar fand damals noch in Leipzig im Haus der Mission am Bayrischen Platz statt. Wichtig für mich waren in dieser Zeit auch das Gemeindepraktikum und das Diakonie- bzw. Sozialpraktikum in einer Behindertenanstalt in Bethel. Hier konnte ich hautnah erleben, wie wunderbar menschliches Leben sein kann, sogar wenn die Möglichkeiten stark eingeschränkt sind. Bemerkenswert war der Friede, der von vielen Hausbewohnern ausging. Im gleichen Zusammenhang ist mein Praktikum beim Blauen Kreuz Leipzig während des Predigerseminars zu nennen. Auch diese Arbeit mit Menschen, die begrenzt durch Sucht oder Gefängnis waren, hat mir viel Freude bereitet und mich sehr erfüllt. In diesen Tätigkeitsfeldern wurde mir immer stärker bewusst: Alle Menschen brauchen ganzheitliche Zuwendung. Kirche kann so ein Ort sein, gerade auch für die, die gesellschaftlich am Rand stehen.

Das Studium hat mich sehr ausgelastet und mich intellektuell gefördert, aber als Christ, war es mir an manchen Stellen zu einseitig und zu farblos. So war ich auch immer in vielfältiger Weise ehrenamtlich tätig: Leitung "Jungen-Jungschar" (9-13 Jahre) im CVJM Bielefeld, Gottesdienste halten, Kinder- und Jugendarbeit (z.B. Krippenspiele, Konfirmandenunterricht, Junge Gemeinden), Bibelkreise und vielfältige musikalische Einsätze (z.B. Mittagsgebet in der Thomaskirche in Benediktinertradition). Diese Tätigkeiten haben mir die Farbe im Christsein gegeben und mich im Leben wie im Glauben weiter gebracht. Zusammen mit dem Studium und dem Vikariat haben sie mich in meinen Wunsch bestärkt und bestätigt, als Pfarrer Dienst tun zu können.

Leider konnte ich in der Sächsischen Landeskirche nicht übernommen werden, da tat sich für 2 Jahre eine Tür ins Osterzgebirge auf. Im Kirchspiel Frauenstein war ich als Elternzeitvertretung für die beiden Pfarrer tätig, und später wurde diese Anstellung noch auf Spendenbasis verlängert. Das war eine sehr erfüllte Zeit.

Und nun bin ich glücklich, eine Pfarrstelle in der schlesischen Oberlausitz bekommen zu haben. Denn mir sind vor allem die Menschen in Ostdeutschland ans Herz gewachsen. Ihre Lebenswelt und ihre spezifischen Probleme fast 20 Jahre nach der Wiedervereinigung (z.B. Folgen der staatlich verordneten Säkularisierung, der ehemals limitierte DDR-Bürger in einer nun globalisierten Welt, arbeitsbedingte Ortswechsel, Arbeitslosigkeit) bewegen auch mich als Ostdeutschen sehr stark. Dankbar bin ich für die freundliche Aufnahme und vielfältige Unterstützung von Seiten der Trinitatisgemeinde am See mit den Orten See, Petershain, Kollm, Sproitz, Horscha und Steinölsa.

Pfarrer i.E. Christian Huth.