Vorstellung: Matthias Hanke. "Den Menschen und dem Himmel zugewandt."

Pfarrer Matthias Hanke

Matthias Hanke ist seit 2007 Pfarrer für die Kirchengemeinde Reichwalde und Kreba

Schlicht wirkt der kleine Arbeitsraum. Nur ein kleiner Holz-Schreibtisch mit Stuhl, ein schmales Sofa, Minisessel, Kruzifix, Plakat sowie ein Schrank an der Wand mit zahlreichen Ordnern füllen ihn. Dienstagnachmittag hat hier Pfarrer Matthias Hanke regelmäßig seine Sprechzeit. Seit Februar 2007 ist er verantwortlich für die evangelischen Kirchengemeinden Kreba und Reichwalde. Rund 1.000 Christen gehören dazu. In Kreba, Lache, Tschernske, Neudorf, Mücka und Reichwalde sind sie zu Hause. Warum er Pfarrer werden wollte?

„Das ist nicht so leicht zu beantworten“, meint Matthias Hanke nachdenklich. „Da kommen viele Dinge zusammen: Meine Herkunft, die Situation in der DDR und viele Begegnungen mit Menschen, die mich beeinflusst haben.“ In Straupitz im Oberspreewald, zwischen Burg und Lübben, wuchs er auf. Sein Vater war Pfarrer, seine Mutter war Katechetin. „Der Glaube war für mich selbstverständlich. So wuchs ich auf“, entsinnt sich der 38jährige. Seinen Zivildienst leistete der junge Mann in Grumbach (bei Wilsdruff) im „Haus der Stille“. „Es ist eine Einrichtung der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens. Feste Gebetszeiten, Zeiten der Ruhe und Einkehrtage für viele Menschen gehören zum dortigen Programm. Für mich war das eine wichtige Zeit“, erzählt Matthias Hanke. 

In Berlin, Tübingen und Halle studierte er von 1993 bis 2000 Theologie. Eigentlich wollte er danach in den Pfarrdienst. „Doch es gab wegen der Finanzknappheit der Landeskirche keine Pfarrstellen.“ So entschied er sich um. Er lernte neu und wurde Tischler. Für die Orgelbau-Firma Scheffler verschlug es Matthias Hanke bis 2004 ins Oderbruch. Nach dem Vikariat in Berlin ist er seit 2007 Pfarrer für die evangelische Kirchengemeinden Kreba und Reichwalde. Außer der Pfarrstelle gehört in Weißwasser der Religionsunterricht zu seinen Aufgaben. „Als Pfarrer brauche ich festen Boden unter den Füßen. Ich muss stets den Blick auf die Erde – zu den Menschen – haben. Und zugleich den Blick in den Himmel“, schildert der heutige Krebaer. „Ein Pfarrer kann aber nicht ´alles´ leisten. Auch wenn er es will ….“

Umso froher ist Matthias Hanke über die starke Mithilfe aus der Gemeinde. Die Christenlehre wird von einer Gemeindediakonin betreut, der Kindergottesdienst von vielen Helfern ermöglicht, die Musik in der Kirche erfolgt ehrenamtlich, und in Kreba gibt es einen Besuchskreis. Hauskreise gibt es in beiden Orten, ebenso den Frauenkreis und Seniorenkreis. „Sie alle  bilden sozusagen die Gemeinde in der Woche. Am Sonntag finden sie Kraft im Gebet beim Gottesdienst in der Kirche“, betont der Pfarrer.

„Pfarrer sein ist ein hoher Anspruch“, sagt Matthias Hanke. „Doch es ist auch ein schöner Beruf und Berufung zugleich. Denn er bringt mich mit vielen Generationen zusammen.“ Dabei mag er die Unvoreingenommenheit der Jugendlichen genauso wie die Lebenserfahrung der Älteren. Deren Glaube durchstand viele Höhen und Tiefen. „Ihr Glaube hat sie durchs Leben getragen. Hiervon lässt sich viel lernen“, unterstreicht der Pfarrer. In Kreba hat er sich längst mit seiner Frau Christa, die aus Freiburg im Breisgau stammt und ebenfalls Theologin ist, eingelebt. „Ich bin ein vielfach beschenkter Mensch – dass sehe ich an den vielen Menschen, die mich umgeben“, betont er. „Nicht zuletzt an meiner Frau.“ Im Alltag liegt ihm der Zusammenhalt der Generationen in der Kirchengemeinde besonders am Herzen.  „Lebendige Gemeinde ist dort, wo wir erkennen, dass Gott zu uns redet und etwas von uns erwartet“, unterstreicht er. „Ich will erreichen, dass sich jeder in der Gemeinde gebraucht fühlt. Dass sich möglichst viele aktiv mit einbringen. Gemeinde besteht nicht nur aus dem Pfarrer. Gemeinde lebt mit vom Engagement des Einzelnen.“

Andreas Kirschke