Die Evangelische Kirche Ludwigsdorf

Die Ludwigsdorfer Dorfkirche ist "eines der ältesten und wertvollsten Sakralgebäude Sachsens". So schreibt ein Gutachten vom Januar 2004. Fachleute haben herausgefunden, dass mit dem Aufrichten der Dachkonstruktion über dem Langhaus vermutlich bereits im Winter 1192/1193 begonnen wurde. - Die bauliche Anordnung Saal - Chorturm - Apsis ist in unserer Region einmalig. Erste Erwähnung fand unsere Kirche 1346 in der Matrikel des Bistums Meißen als zum Dekanat Görlitz gehörig. Im Jahre 1527 starb der letzte katholische Pleban (Pfarrer) Simon Emrich (Sohn des reichen Emrich aus Görlitz) an der Pest. Seine Nachfolge trat der erste evangelische Pfarrer Franziskus Behnisch (1527-1561) an.

Kanzel und Kirchenschiff

Der Bau der Kanzel mit den Figuren Mose, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes muss in das 17. Jahrhundert datiert werden. In den folgenden Jahrhunderten wurde sie mehrmals restauriert. Die Kanzeluhr neben der Kanzel ist heutzutage recht selten in Kirchen zu finden. Die romanische Holzdecke hatte man etwa 1540 durch das bis heute zu sehende gotische Gewölbe ersetzt. Die Kirche wurde im 16. und 17. Jahrhundert mit den Emporen versehen. Dort kann man jetzt noch die Jahreszahlen 1587 und 1653 lesen. Ursprünglich waren die Emporen bis kurz vor dem 2. Weltkrieg zweigeschossig. Selbst der Chor (Altarraum) war mit Patronatslogen ausgestattet.

Die Orgel

Unsere Orgel ist am 6. Oktober 1872 zum Erntedankfestgottesdienst eingeweiht worden. Sie wurde von den Orgelbaumeistern Gebrüder Schlag aus Schweidnitz als Schleifladenorgel mit rein mechanischer Traktur erbaut. Die Anlage zum Bälgetreten ist an ihr noch erhalten. 1917 musste man die Zinnpfeifen im Prospekt zu Kriegszwecken abgeben. Sie wurden durch aluminierte Zinkpfeifen ersetzt. Im Jahre 1992 bekam die Orgel wieder zinnerne Prospektpfeifen. Das elektrisches Gebläse wurde im April 1953 in Betrieb genommen.