Evangelische Kreuzkirche Görlitz

Die Evangelische Kreuzkirche in der Görlitzer Südstadt ist ein markantes, progressives Beispiel deutscher Architektur des beginnenden 20. Jahrhunderts, erbaut in den Jahren 1913-1916, das in ausgewogener Form Jugendstil, neoklassizistische und moderne Elemente in sich vereint.

Die Kirche unterscheidet sich in dieser Architektur sehr deutlich von anderen Kirchenbauten zu Beginn des 20. Jahrhunderts in unserer Stadt (St.-Jakobus-Kirche 1900, Lutherkirche 1901).

Bereits der Entwurf des Dresdner Architekten Rudolf Bitzan trug den Namen "Kreuz" - dieser Name wurde zum Programm für den Kirchenbau und in Außen- und Innengestaltung durchgehalten bis in kleinste Details. Sie blieb sein einziger Kirchenbau. Sie bildet mit den Pfarrhäusern eine architektonische Einheit.

Die Kreuzkirche fällt weiterhin auf durch ihren Saalcharakter und das zur Kanzel abfallende Kirchenschiff, durch die hervorgehobene Stellung der Kanzel in der Mitte der Linie zwischen Kirchenschiff und Altarraum, durch eine Kassettendecke und Stuckkonsolen unterhalb der Decke mit bedeutenden Namen aus Bibel, Kirchengeschichte, Kultur, Wissenschaft und Politik.

Außerdem fallen besonders ins Auge die Kunstschmiedearbeiten an den Außentüren und die Verglasung der Windfangtüren, die Deckengestaltung der Brauthalle, die Gestaltung der Fenster mit Blumen- und Kreuzornamenten, Hängeleuchter und Taufsteinabdeckung. Der Turm der Kreuzkirche bietet von seiner Aussichtsplattform in Höhe von 38 Metern einen herrlichen Rundblick über unsere Stadt und je nach Wetterlage in die nähere und weitere Umgebung.

Jürgen Schwarzbach

 

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