Fristen für die Arbeitsmedizinische Vorsorge

Die Fristen für die Arbeitsmedizinische Vorsorge haben sich geändert:

Der Arbeitgeber muss die Erstvorsorge (Pflicht- und Angebotsvorsorge) vor Aufnahme der Tätigkeit veranlassen oder anbieten.
Die Zweitvorsorge erfolgt grundsätzlich nach einem Jahr.
Ausnahmen:
- Feuchtarbeit, Zweitvorsorge nach 6 Monaten
- Auslandstätigkeit, Zweitvorsorge nach 24 Monaten
- Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung in Kindertagesstätten, Zweitvorsorge
   o ohne Immunität gegenüber Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und Keuchhusten nach einem Jahr
   o mit Immunität gegenüber Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und Keuchhusten nach 10 Jahren
- Gefährliche Baumarbeiten als Eignungsuntersuchung anlassbezogen
Der Arbeitgeber ermöglicht Folgevorsorgen alle 3 Jahre für
- Arbeiten am Bildschirm
- Feuchtarbeit
- Muskel-Skelettbelastung
- Arbeiten im Lärm
- Auslandstätigkeit
- Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung in Pflegeeinrichtungen.
Ausnahme:
- Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung in Kindertagesstätten
   o Folgevorsorge in der Regel alle 10 Jahre

Quelle: Ergänzungen zum Leitfaden der EFAS (z. Z. noch nicht erschienen).

Den genauen Wortlaut finden Sie hier:

www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Ausschuesse/AfAMed/AMR/AMR-2-1.html;jsessionid=9B3FA43A3A899348976B53CC1E8D8881.s2t2

Stand: 02/2017

 

 

Verordnung über Arbeitsstätten (ArbStättV)

Die Arbeitsstätten-Verordnung hat sich mit Wirkung vom 3.12.2016 verändert.

Die Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV (BGBl. I Nr. 44 vom 24.8.2004, S. 2179) enthält Mindestvorschriften für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten. Gleichzeitig ist die Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) außer Kraft gesetzt worden.

Das sind die wichtigsten Änderungen:

-       Für Telearbeitsplätze  sind Gefährdungsbeurteilungen bei erstmaliger Einrichtung durchzuführen. Die Beschäftigten sind zu unterweisen. Die Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen sind anzuwenden.

Klargestellt wurde, das Mobile Arbeiten nicht zur Tele-Arbeit gehören

-       Gefährdungen müssen beurteilt werden. Die daraus abgeleiteten Maßnahmen müssen an die Mitarbeiter kommuniziert werden. Die Umsetzung muss kontrolliert werden.

-       Konkretisiert wurde, auf welche psychischen Belastungen im Zusammenhang mit Arbeitsstätten geachtet werden muss: Lärm, Beleuchtung, Raumklima, Platzmangel, ergonomische Mängel. Z. B. muss Schutz gegen übermäßige Sonneneinstrahlung  möglich sein.

-       Die Unterweisungen der Beschäftigten wurden konkretisiert. Grundlage sind die Gefährdungsbeurteilungen. Dazu gehören u. a. Unterweisungen zu Gesundheit und Sicherheit im Zusammenhang mit der Arbeitsstätte, der Tätigkeit sowie arbeitsplatz-spezifische Maßnahmen. Die Arbeitgeber müssen weiterhin die Beschäftigten z. B. unterweisen über Brandschutzmaßnahmen, Erste Hilfe, Fluchtwege und Notausgänge. Risikounterweisungen wurden konkretisiert (z. B. für Maßnahmen im Gefahrenfall).

-       Arbeitsräume sollen ausreichend Tageslicht und Fenster haben (Ausnahme: bauliche Gegebenheiten) = Sichtverbindung nach außen. Eine Kleiderablage ist zur Verfügung zu stellen (nur wenn keine Umkleideräume zur Verfügung stehen).

-       Verkehrswege, Fluchtwege und Notausgänge sind ständig frei zu halten. Der Arbeitgeber hat Vorkehrungen zu treffen, dass die Beschäftigten sich bei Gefahr unverzüglich in Sicherheit bringen können. Flucht- und Rettungspläne sind aufzustellen, wenn Lage, Ausdehnung und Art der Benutzung der Arbeitsstätte dies erfordern.

-       Klarstellung Nichtraucherschutz (bei Arbeitsstätten mit Publikumsverkehr), es müssen Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten getroffen werden.

-       Die Inhalte der Bilschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) sind in die Arbeitsstättenverordnung integriert worden.

-       Die Arbeitsstättenrichtlinien gelten bis zur Überarbeitung durch den Ausschuss für Arbeitsstätten (längstens jedoch 6 Jahre) weiter fort.

 Stand: 01/2017