Pädagogisches Profil

 

Kinder lernen in den ersten Lebensjahren besonders intensiv, wenn sie Freude am Tun haben und ihnen ein großes und anregendes Entdeckungsfeld zur Verfügung steht. Wir möchten den Kindern zusätzlich eine Umgebung bieten, die zulässt, dass sie ausprobieren, entdecken und in der sie um-fangreiche Erfahrungen sammeln können. So lernen sie mit allen Sinnen, wie die Welt funktioniert.

 

Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden, haben wir Bereiche ge-schaffen, die den Kindern Gelegenheit zur Ruhe und Entspannung, zur Bewegung, zum kreativen Gestalten, zum Entdecken, Forschen, Experimentieren und zum Rollenspiel bieten. Diese Grup-penübergreifende, offene Arbeit ist mehr als ein pädagogisches Konzept und erst recht mehr als ein verändertes Raumkonzept. Es handelt sich um eine Grundeinstellung zum Zusammenleben – speziell in der Arbeit mit Kindern.

 

Offene Arbeit bedeutet für uns vor allem: ins Offene denken, Anderes als das Gewohnte für mög-lich halten, offen für neue Blickwinkel und Perspektiven sein, für Umdenken und „Umhandeln“.

Zentrales Ziel ist es, das Streben der Kinder nach Unabhängigkeit und Eigenverantwortlichkeit zu unterstützen, ihnen alle denkbaren Chancen einzuräumen, sich in der Gemeinschaft wohl zu füh-len, sich nützlich zu machen und wirksam zu sein. Wir möchten Erfahrungsräume schaffen, in de-nen geübt werden und zunehmend gelingen kann, Handlungsspielräume auszudehnen und sie in Abstimmung mit anderen Menschen verantwortlich zu nutzen.

 

Ziel unserer Arbeit ist es außerdem, jedem Kind zu helfen, Basiskompetenzen für ein selbstbe-stimmtes Leben zu erwerben. Dazu nutzen wir unter anderem auch den situationsorientierten An-satz. Das Kind steht dabei im Mittelpunkt. Ausgangspunkt dieses Ansatzes sind immer die Bedürf-nisse der Kinder. Impulse der Kinder werden aufgegriffen, um auf diese Weise die Entwicklung der Kinder zu fördern. Aus aktuellen Situationen und guter Beobachtung heraus entwickeln die Erzieherinnen geeignete Projekte für die Kinder. Dabei werden Spielfähigkeit und Kreativität als kindeigene, lebensnotwendige Ausdrucks-,  Erfahrungs- und Erlebniswelten verstärkt aufgebaut.

 

Wir sind gewiss, dass Kinder eine Menge erfahren und lernen, selbst wenn sie dies nicht immer vorzeigbar nach Hause tragen. Wir arbeiten bewusst mit einer Altersmischung von drei bis zehn Jahren. So  erleben sich die Kinder als groß, mal klein, mal stark, mal helfend, mal Hilfe suchend. Diese Erfahrungen sind die Grundlage zu gegenseitigem Verständnis und verantwortlichem Handeln (soziale Kompetenz).

 

Eine weitere Grundlage für unsere pädagogische Arbeit ist der sächsische Bildungsplan. Er gibt mit der Auflistung von sechs Bildungsbereichen in klarer Weise die Rangfolge unseres Handelns vor: Zuerst der somatische Bildungsbereich, der unter dem Leitgedanken des Wohlbefindens steht. Es folgen die Bereiche soziale Bildung unter dem Leitgedanken der Partizipation, die kommunikative Bildung unter dem Leitgedanken des Dialogs, die ästhetische Bildung unter dem Leitgedanken des Wahrnehmens, die naturwissenschaftliche Bildung unter dem Leitgedanken des Entdeckens, die mathematische Bildung unter dem Leitgedanken des Ordnens und die religiöse Grunderfahrung und Werteentwicklung unter dem Leitgedanken des Vertrauens.