Kirchengeschichte Schlesiens

Daten zur evangelischen Kirchengeschichte Schlesiens

  • 1000 Errichtung des Erzbistums Gnesen mit dem Bistum Breslau. Schlesien wird ein christliches Land.
  • 1267 Hedwig von Andechs-Meranien, Gemahlin Herzog Heinrichs I. von Schlesien, wird heilig gesprochen. Sie wird zur Landesheiligen Schlesiens.
  • 1517 Beginn der Reformation durch Martin Luther und andere Reformatoren in Deutschland.
  • 1523 In Breslau findet die Reformation über den vom Rat der Stadt zum Pfarrer von St. Maria Magdalena berufenen Johannes Heß Eingang. Die Mehrheit der Schlesier wendet sich der evangelischen Konfession zu.
  • 1526 In Liegnitz gründet Herzog Friedrich II. die erste evangelische Universität Europas, die jedoch wegen innerer Streitigkeiten um theologische Grundsatzfragen und wegen Geldmangels bereits nach drei Jahren wieder geschlossen wird.
  • 1563 Beginn der Gegenreformation in Schlesien, die mal weniger, mal energischer betrieben wurde mit der Wegnahme von Kirchen, der Vertreibung von Geistlichen, der Schließung evangelischer Schulen u.a.
  • 1609 Den Evangelischen Ständen wird die freie Religionsausübung in einem Majestätsbrief König Rudolphs II. garantiert.
  • 1618-1648 Dreißigjähriger Krieg mit Gegenreformation mittels militärischer Gewalt.
  • 1648 Der Westfälische Friede bestätigt der Stadt Breslau und den Fürstentümern Liegnitz, Brieg, Wohlau und Münsterberg-Oels die freie Religionsausübung; in den anderen Gebieten bestimmt der Kaiser die Konfession; er gestattet den Evangelischen drei sog. Friedenskirchen in Glogau, Jauer und Schweidnitz.
  • 1675 Mit Herzog Georg Wilhelm von Liegnitz, Brieg und Wohlau stirbt der letzte schlesische Piast. Die Piasten hatten die evangelische Sache sehr gestützt.
  • 1707/09 In der Konvention von Altranstädt sichert Kaiser Joseph I. auf Druck König Karls XII. von Schweden den Evangelischen die freie Religionsausübung und sechs sog. Gnadenkirchen in Freystadt, Hirschberg, Landeshut, Militsch, Sagan und Teschen zu.
  • 1740-1742 Schlesien wird  preußisch. König Friedrich II., der Große, gestattet   die Ausübung der evangelischen Konfession. Es werde die sog. Bethauskirchen errichtet. Damit entsteht die singuläre evangelische Kirchenlandschaft Schlesiens mit den Friedens-, Grenz- und Zufluchts-, Gnadenkirchen und den Bethäusern. Konzessionen für die Herrnhuter Brüdergemeine und die Schweckfelder. Schlesien entwickelt sich innerhalb der preußischen Landeskirche zu einer in Frömmigkeit, Theologie und Baukunst bedeutsamen Kirchenprovinz.
  • 1811 Gründung der Universität Breslau, erste Universität Preußens mit katholischer und evangelischer theologischer Fakultät.
  • 1815/16 Ein Teil der Oberlausitz kommt an Schlesien. Innerkirchliche Verwaltungsreform mit der Errichtung des Konsistoriums für Schlesien mit Sitz in Breslau (bis 1945).
  • 1923 In den an Polen abgetretenen Teilen Oberschlesiens bildet sich die selbständige „Unierte Evangelische Kirche in Polnisch-Oberschlesien“.
  • 1933-1945 Auch in Schlesien ist die evangelische Kirche geteilt: NS-nahe "Deutsche Christen" standen auf der einen, die "Bekennende Kirche" auf der anderen Seite. Die Mehrheit hielt sich an Bischof Zänker, der 1941 zwangspensioniert wurde.
  • 1945/46 Ende des Zweiten Weltkrieges. Flucht und Vertreibung aus Schlesien. Es bildet sich im polnischen Schlesien die „Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen“, in den schlesischen Gebieten westlich der Neiße die „Evangelische Kirche von Schlesien“ und im Westen die „Gemeinschaft evangelischer Schlesier (Hilfskomitee) e.V.“
  • 1968 Umbenennung der „Evangelischen Kirche von Schlesien“ auf staatlichen Druck in „Evangelische Kirche des Görlitzer Kirchengebietes“.
  • 1992 Umbenennung der „Evangelischen Kirche des Görlitzer Kirchengebietes“ in „Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz“.
  • 1997 Partnerschaftsvertrag zwischen der Diözese Breslau der „Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen“ und der „Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz“.
  • 2004 Die „Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz“ und die „Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg“ bilden die „Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz“.
  • 2005 Gründung der „Kirchlichen Stiftung Evangelisches Schlesien“.