Bildungswerk

Das Johann-Amos-Comenius-Bildungswerk ist eine unselbständige Einrichtung des Kirchenkreises Schlesische Oberlausitz.

Es ist benannt nach Johann Amos Comenius, einem mährischen evangelischen Theologen und Pädagogen, der am 28. März 1592 in Nivnice im östlichen Mähren geboren wurde und nach einem sehr wechselvollen und schweren Leben, das durch den 30-jährigen Krieg und die Gegenreformation stark geprägt wurde, am 15. November 1670 in Amsterdam starb.

Besonders bekannt wurde Comenius durch seine theologischen und vor allem auch pädagogisch-didaktischen Werke. Er gilt als der Klassiker der neuzeitlichen Pädagogik. Zu seinen Prinzipien gehörte u. a. die Forderung nach einer umfassenden Allgemeinbildung für alle, bildungspolitische Chancengleichheit, die Verpflichtung der Lehrenden zur Anschaulichkeit und Selbsttätigkeit und die Erziehung zum Gebrauch der eigenen Vernunft.

In seinen Schriften betont er immer wieder, dass Selbstsprechen, Selbsthandeln und Selbstanwenden „die einzigen Grundlagen zum gediegenen Wissen, zur Tugend und endlich zur Glückseligkeit“ sind.

Das Bildungswerk weiß sich bei seinen Angeboten den Ideen und dem Bildungsverständnis von Johann Amos Comenius verpflichtet.

Liebe Freunde des Johann-Amos-Comenius-Bildungswerkes und der Stiftung Ev. Schlesien, liebe Interessenten,
wurden unsere Fahrten und Reisen in 2017 hauptsächlich durch ein Thema bestimmt, nämlich die Reformation, so sind es in 2018 gleich mehrere Themen: Krieg und Frieden sowie das europäische Kulturerbe. Vor allem Krieg und Frieden sind Schaltstellen in der Geschichte. Sie führen zu einer weitreichenden Veränderung der politischen Landkarte und der persönlichen Lebenswege. Für die damit verbundenen oftmals tiefgreifenden Veränderungen stehen insbesondere die Jahreszahlen 1618 und 1918, aber auch 1648, 1848 oder 1968 könnten ebenso benannt werden. Neben Krieg und Frieden findet in unserem Jahresprogramm auch das „Jahr des europäischen Kulturerbes“ Berücksichtigung, und selbstverständlich wollen wir auch wieder die wunderschöne Natur genießen, gar nicht oder wenig bekannte touristische Kleinode besichtigen, Altvertrautes wiedersehen, Neues entdecken und Freude an der Gemeinschaft haben. Sie sind alle herzlich eingeladen mitzukommen. Ich freue mich auf Sie.
Mit den besten Grüßen    
Ihre Margrit Kempgen

APRIL

27.04.2018: „Frühling im Oberlausitzer Bergland“
- Halbtagsfahrt nach Großschönau / Waltersdorf –
Den Auftakt machen wir dieses Jahr mit einer Fahrt durch das gerade auch im Frühling wunderschöne Oberlausitzer Bergland. Unser Zeil ist Waltersdorf, mitten im Naturpark „Zittauer Gebirge“ gelegen. Im ehemaligen Niederkretscham vermittelt eine interaktive Erlebnisausstellung einen Eindruck von der herrlichen Kulturlandschaft. Und was man drinnen erfahren hat, kann man draußen, im nahegelegenen Naturparkgarten (wieder) entdecken. Diese Fahrt ist auch sehr gut für Enkelkinder, Patenkinder und weitere muntere Menschen geeignet!
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca.28,- € p. P.

MAI

25.05.2018: „Das Paradies im Waldenburger Bergland“
- Ganztagsfahrt nach Reimswaldau/Rybnica Lesna, Görbers-dorf/Sokolowsko und Friedland/Mieroszów in Kooperation mit der Kulturreferentin am SMG -
Das Waldenburger Bergland, das sind nicht nur die Steinkohlenflöze im Untergrund und die oberirdischen Industrieanlagen, das sind auch über 900 m hohe Berge, sanfte Täler und wunderbare Wälder. Und mittendrin sind Orte, die besondere Sehenswürdigkeiten aufzuweisen haben. In Reimswaldau / Rybnica Lesna ist es die Schrotholzkirche aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts mit wunderschönem Interieur, in Görbersdorf/Sokolowsko ist es die wiederentdeckte Innenausmalung der Kirche durch J. M. Avenarius, der in Langwaltersdorf wohnte, und für den das Waldenburger Bergland der Rückzugsort, sein Paradies, war. Der Höhepunkt unserer Fahrt wird in Friedland/Mieroszów sein. Dort wird zum ersten Mal eine Ausstellung mit Werken von J. M. Avenarius gezeigt werden, und wir sind herzlich eingeladen, an der Vernissage teilzunehmen. Ein kleiner schlesischer Kulturtag!
Leitung: M. Kempgen, Dr. A. Franke; Kosten: ca. 45,- € p. P.

JUNI

23.06. – 29.06.2018: „Der 1. Weltkrieg und seine Folgen für die Ev. Kirche in Oberschlesien“
- Standortstudienreise ins Teschener Land -                     
Das Ende des 1. Weltkrieges brachte tiefgreifende Verändrungen für das politische Gefüge. Mit dem Zerfall der habsburgischen Doppelmonarchie Österreich-Ungarn wurde die politische Landkarte Mitteleuropas völlig neu geordnet. Staaten wie Polen und die Tschechoslowakei entstanden (wieder). Diese Veränderungen betrafen auch und vor allem die evangelische Kirche im sogenannten Österreichisch-Schlesien. Mitten durch die Stadt Teschen und das mährisch-ostschlesische Industriegebiet verlief eine neue Grenze. Bis heute sind die Auswirkungen dieser tiefgreifenden Veränderungen erkennbar. Wir wollen uns mit Fragen zur Geschichte aber auch zur heutigen Situation im ehemaligen Österreichisch-Schlesien befassen, insbesondere auch der kirchlichen Situation. Dazu wollen wir evangelische Gemeinden diesseits und jenseits der Oelsa besuchen, selbstverständlich dem Diakonissenmutterhaus in Dziegielów einen Besuch abstatten, ebenso auch Teschen, insbesondere auch dem tschechischen Teil mit dem neuen Zentrum der Schlesisch-Evangelischen Kirche. Die Beskiden sind immer eine Fahrt wert.  Und als touristischen Höhepunkt wird es auch einen Besuchstag in Krakau geben.
[Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Faltblattes lagen noch keine Rückmeldungen der angeschriebenen Hotels vor, so dass der Standort noch nicht festgelegt werden konnte. Er wird aber in jedem Fall in Polen sein.] Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 550,- € p. P. im DZ, 600,- € p. P. im EZ.

JULI

03.07.2018: „Natur, Kultur und Literatur“
- Ganztagsfahrt nach Canitz und Wurzen –
Wurzen ist durch Ringelnatz und seine humorvollen Gedichte bekannt. Aber kennen Sie auch Canitz? Im Park Canitz können wir ganz weit zurück in unsere Geschichte gehen, nämlich bis in die Steinzeit. In einem Freiluftmuseum können wir erleben, wie unsere germanischen und/oder slawischen Vorfahren gewohnt und gelebt haben. Neben diesen Siedlungsmodellen gibt es auch diverse Themengärten zur mitteleuropäischen Gartengeschichte. Ein Trägerverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Natur für künftige Generationen zu er-halten und erlebbar zu machen. Es lohnt sich, dieses Engagement zu besichtigen. Nicht weit davon entfernt finden wir einen weiteren Ort mit geschichtlicher Bedeutung, nämlich die Stadt Wurzen. Unter sachkundiger Führung werden wir den Dom, das Schloss, den Markt, das Rathaus und die Wenceslaikirche besichtigen und einen lieben alten Bekannten treffen.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 42,- € p. P.

06.07.2018: „Familiengeschichten“
- Grill- und Vorleseabend in der Kreuzbergbaude –
Wir alle kommen aus Familien und/oder haben Familien oder kennen Familien. Und bei Familientreffen wird immer wieder gern „aus dem Nähkästchen“ geplaudert, werden komische aber auch ernste Begebenheiten aus der Familie erzählt. Dem wollen wir es bei unserem „Familientreffen“ in der Kreuzbergbaude mit vorgelesenen Geschichten gleichtun.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 10,- € p. P.

13.07.2018: „Mode(rne) Zeiten“
- Halbtagsfahrt nach Krobnitz –
Warum in die Ferne schweifen, wenn in der Nähe so viel Interessantes geboten wird. Im Schloss Krobnitz gibt es wieder eine besondere Ausstellung. Diesmal ist sie der Mode des ausgehenden 19. Jahrhunderts und des 20. Jahrhunderts gewidmet. Und wir können uns in diese Zeit hineinversetzen (lassen) bei einer Führung durch Schloss und Ausstellung mit anschließender „Modenschau“ und einem stilechten Picknick im Park.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 28,- € p. P.

AUGUST

03.08.2018: „Böhmen, der Adel und der 30-jährige Krieg“
- Ganztagsfahrt nach Rumburg/Rumburk, Bensen/Benešov und Böhmisch Kamnitz / Ceská Kamenice -
Mit dem „Prager Fenstersturz“ wurde der 30-jährige Krieg eingeläutet, der erhebliche Auswirkungen auf Böhmen und seinen Adel hatte. Am Beispiel von Bensen/Benešov werden wir mit der rigiden konfessionellen Politik der Habsburger konfrontiert und in Rumburg/Rumburk mit der schöpferischen Ausgestaltung der Gegenreformation. Auf unserer Fahrt werden wir bestimmten Namen adliger Familien wie von Wartenberg, von Saalhausen, von Waldstein oder Kinski immer wieder begegnen, sei es in Bensen/Benešov oder in Böhmisch Kamnitz / Ceská Kamenice. Und neben all der Geschichte werden wir auch wieder ausreichend Gelegenheit haben, die beeindruckende Landschaft Böhmens zu bewundern.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 45,- € p. P.

11.08.2018: „Niederschlesien erfahren – Natur und Kultur zwischen Bober und Briesnitz“ 
- Ganztagsfahrt nach Niebusch/Niwiska, Ochelherms-dorf/Ochla, Schweinitz/Swidnica und Sagan/Zagan –
Dieser nordwestliche Zipfel Schlesiens ist wenig bekannt und touristisch nur bedingt erschlossen. Dabei hat er so einiges zu bieten. Da ist vor allem die herrliche Natur, die ähnlich wie im Spreewald von einigen Flüsschen und von vielen kleinen Bächen und Gewässern durchzogen ist. An manchen Stellen finden wir noch ganz ursprüngliche Natur, an anderen Stellen wie bspw. in Niebusch erobert sich die Natur die ursprünglich gestaltete Landschaft zurück, oder wie beim Schlosspark wird die Natur „naturgetreu“ gestaltet. Drei kleine Flüsse sind es, die den Charakter dieser eiszeitlich geformten Landschaft bestimmen: der Hammerbach, die Briesnitz und der Bober. Neben der Natur soll auch die Kultur zu ihrem Recht kommen. Wir werden einige alte und sehr sehenswerte Kirchen und das Freiluftmuseum in Ochelhermsdorf besichtigen, das neben slawischen Gottheiten Häuser in volkstümlicher Holzarchitektur aus Polen, Schlesien und der Lausitz zeigt. Diese Fahrt verspricht wieder etwas ganz Besonderes zu werden!
Leitung: M. Kempgen, Dr. A. Franke; Kosten: ca. 45,- € p. P.

29.08.2018: „Wenn die Puppen tanzen“
- Ganztagsfahrt nach Bad Liebenwerda und ins Elbe-Elster-Land -
Wer möchte nicht mal gern „die Puppen tanzen lassen“? In Bad Liebenwerda kann man das. Am Ende des 7-jährigen Krieges ließen sich umherziehende Komödianten im Elbe-Elster-Land nieder und zogen von dort mit ihren Puppen über Land. Seit 1998 hat das traditionelle Wandermarionettentheater im Kreismuseum in Bad Liebenwerda eine dauerhafte Bleibe gefunden, und wir können uns bei unserem Besuch an ihnen und einem Puppen-Schattenspiel erfreuen. Und natürlich sehen wir uns bei der Gelegenheit auch gleich bei einer Führung Bad Liebenwerda an. Und anschließend geht es auf Kahnfahrt im Kleinen Spreewald, einem einzigartigen Landschaftsgebiet.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 45,- € p. P.

SEPTEMBER

Reiseangebot: Zeeland 02.09. – 08.09.2018
Diese Reise führt Sie in das geschichtsträchtige Südholland, in die Provinz Zeeland an der
Nordseeküste. Und der Name ist Programm: das Land liegt buchstäblich im Meer; die Meeresarme
Ooster- und Westershelde reichen bis tief in die zeeländische Landschaft hinein. Die Bewohner
Zeelands, seine Geschichte und auch die Industrie sind auf die Gezeiten abgestimmt.
Von Ihrem Standorthotel in Middelburg erkunden Sie die Stadt selbst sowie die umliegende
Region. Bestaunen Sie zahlreiche Baudenkmäler aus dem 80-jährigen Krieg und schlendern
Sie durch die malerischen Ortskerne der kleinen Dörfer und Städte am Meer, wie unter anderem
in Veere, Domburg und Groede.
Faszinierende Technik erwartet Sie an einem der eindrucksvollsten Sturmflutwehre der
Deltawerke
.
Im Kastell Westhove erfahren Sie etwas über die Geschichte der Geusen, die niederländischen
Freiheitskämpfer. Das angrenzende Museum Terra Maris bringt Ihnen, im 2,5 ha großen
Landschaftspark, die Geschichte der Natur, Flora und Fauna Zeelands näher.
Erleben Sie ein facettenreiches, vielschichtiges Programm!

Download: Programm Zeeland 02.09. - 08.09.2018

12,09.2018: „Oberschlesien erfahren – Natur und Kultur im Oppelner Land“
- Ganztagsfahrt nach Oppeln und Bierkowice –
Oppeln/Opole, malerisch an der Oder gelegen, ist die Hauptstadt der gleichnamigen Wojewodschaft. Sie hat ein sehr wechselvolles Schicksal im Laufe der letzten 800 Jahre erlitten. Dazu gehörte auch die Volksabstimmung über den Verbleib bei Deutschland nach dem 1. Weltkrieg. Noch heute ist sie ein Zentrum der deutschen Minderheit in Polen. Bei einem Stadtrundgang erfahren wir mehr davon und auch von den jetzigen politischen Verhältnissen in Polen und ihren Auswirkungen auf die deutsche Minderheit. Neben der Stadt Oppeln gilt unser Interesse auch dem Oppelner Land. Bei einem Besuch des Freiluftmuseums in Bierkowice erfahren wir mehr über das Leben in den einstigen schlesischen Dörfern des Oppelner Landes aber auch über die gegenwärtige Volkskunst.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 45,- € p. P.

OKTOBER

19.10.2018: „Europäisches Kulturerbe im Goldenen Prag“
- Ganztagsfahrt nach Prag und Schloss Troja –
2018 ist auch das Jahr des Europäischen Kulturerbes“. Und um dieses Europäische Kulturerbe bewusst wahrzunehmen, ist Prag mit seiner geschichtlichen Bedeutung und seinen kulturellen Schätzen der Ort schlechthin. Bei einer exklusiven Führung durch die Nationalgalerie, die Stadt und das Schloss Troja werden wir davon einen Eindruck bekommen. Der Kunsthistoriker Dr. Marius Winzeler hat sich freundlicherweise bereit erklärt, diese Führungen nur für uns zu übernehmen. Wir können sicher sein, dass diese Führungen für uns ein Höhepunkt des Europäischen Kulturerbejahres sein werden!
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 50,- € p. P.

21.10.2018: „Schlesischer Kulturtag – Musikalische Raritäten in der Friedenskirche Schweidnitz/Swidnica“
- Ganztagsfahrt nach Schweidnitz/Swidnica mit Konzert in der Friedenskirche –
Schweidnitz und die Friedenskirche sind immer eine Reise werte. Aber diesmal geschieht dies mit einem besonderen Akzent. Der Musikologe Dr. Stephan Aderhold, der die Musikgeschichte der Friedenskirche und insbesondere auch die Benjamin Schmolcks erforscht hat, ist bei seinen Recherchen auf Texte Benjamin Schmolcks und deren Vertonungen gestoßen, die noch nie in Schweidnitz zur Aufführung kamen. Unter der musikalischen Leitung von KMD Seeliger können wir unter dem Titel „Tut mir auf die schöne Pforte“ ein erstklassiges Konzert als Uraufführung im Weltkulturerbe Friedenskirche erleben. Passend dazu gibt es ein Rahmenprogramm und natürlich auch die Verköstigung. Diesen Kulturtag sollten Sie nicht verpassen.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 50,- € p. P.

DEZEMBER

07.12.2018: „Lichterglanz und Sternenzauber“
- Musikalischer Vorleseabend in der Stadtmission –
Unser musikalischer Vorleseabend widmet sich diesmal dem Thema „Stern“. Mit unseren Liedern und Geschichten folgen wir „der Spur des Weihnachtssterns“. Wie in den Jahren zuvor gestalten Frau Kroll-Hurtig und Herr Björn Bewerich diesen besinnlichen Adventsabend musikalisch.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 8,- € p. P