Bildungswerk

Das Johann-Amos-Comenius-Bildungswerk ist eine unselbständige Einrichtung des Kirchenkreises Schlesische Oberlausitz.

Es ist benannt nach Johann Amos Comenius, einem mährischen evangelischen Theologen und Pädagogen, der am 28. März 1592 in Nivnice im östlichen Mähren geboren wurde und nach einem sehr wechselvollen und schweren Leben, das durch den 30-jährigen Krieg und die Gegenreformation stark geprägt wurde, am 15. November 1670 in Amsterdam starb.

Besonders bekannt wurde Comenius durch seine theologischen und vor allem auch pädagogisch-didaktischen Werke. Er gilt als der Klassiker der neuzeitlichen Pädagogik. Zu seinen Prinzipien gehörte u. a. die Forderung nach einer umfassenden Allgemeinbildung für alle, bildungspolitische Chancengleichheit, die Verpflichtung der Lehrenden zur Anschaulichkeit und Selbsttätigkeit und die Erziehung zum Gebrauch der eigenen Vernunft.

In seinen Schriften betont er immer wieder, dass Selbstsprechen, Selbsthandeln und Selbstanwenden „die einzigen Grundlagen zum gediegenen Wissen, zur Tugend und endlich zur Glückseligkeit“ sind.

Das Bildungswerk weiß sich bei seinen Angeboten den Ideen und dem Bildungsverständnis von Johann Amos Comenius verpflichtet.

EXKURSIONEN FREIZEITEN STUDIENREISEN 2017

Liebe Freunde des Johann-Amos-Comenius-Bildungswerkes und der Stiftung Ev. Schlesien, liebe Interessenten,

das Jahr 2017 wird mindestens deutschlandweit thematisch durch das Reformationsjubiläum und den Kirchentag bestimmt. Diese Tatsache muss auch bei unseren Fahrten berücksichtigt werden, d. h. in den Monaten Mai und Juni bieten wir vergleichsweise wenige Fahrten an. Rund um den Kirchentag und auch in Polen werden so viele gute Veranstaltungen angeboten, dass es wenig sinnvoll erscheint, dazu in Konkurrenz zu treten. Deswegen entfällt in diesem Jahr die Schlesienreise. Ansonsten bieten wir wieder eine große Auswahl an Fahrten an, wie immer auch zu ausgefalleneren, wenig bekannten Zielen und zu schönen Zielen in der näheren Umgebung, diese zumeist in dem weniger anstrengenden Format des Halbtagsausfluges. Bei den Themen ist wieder das gesamte Spektrum, angefangen von Kunst über Literatur, Geschichte, Kirche, Kultur bis zur Natur vertreten. Letzterem Thema sind besonders 2 unserer Schlesienfahrten gewidmet. Wir wollen landschaftlich besonders schöne Flecken Schlesiens entschleunigt und mit Hilfe von echten PS erkunden und genießen.

Ich lade Sie herzlich zu allen Veranstaltungen ein, kommen Sie mit!
Mit den besten Grüßen    

Ihre Margrit Kempgen

MÄRZ
28.03.2017: „Die Sorben und die Reformation“

- Halbtagsfahrt nach Bautzen und Kleinwelka –
Gleich die 1. Fahrt in diesem Jahr nimmt das Thema dieses Jahres auf, die Reformation und dies unter einem Blickwinkel, den es so nur in unserer Region gibt, nämlich die Sorben und die Reformation. Eine ganz aktuelle Sonderausstellung im Sorbischen Museum, Bautzen zeigt, welchen Einfluss die Reformation auf die Sorben hatte. Sie verdanken ihr das Schrifttum und vielfältige kulturelle Errungenschaften. Einem ganz besonderen Aspekt ist unser anschließender Besuch in Kleinwelka gewidmet, einem herrnhutischen Ort mitten im Sorbenland. Wie gestaltete sich das Zusammenleben zwischen Herrnhutern und Sorben? Wie war die Wechselwirkung im Blick auf ihre jeweilige Frömmigkeit? Mit den speziellen Führungen vor Ort wird unsere Fahrt hochinteressant und informativ werden.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca.28,- € p. P.

APRIL
25.04.2017: „Evangelische Grenzgänger“

- Ganztagsfahrt nach Lissa/Leszno und Fraustadt/Wschowa, in Kooperation mit der Kulturreferentin am SMG -
Bei dieser Fahrt verlassen wir Schlesien und begeben uns nach Großpolen. Wir folgen damit den Spuren der evangelischen Schlesier, die über die Grenze Zuflucht suchten in Lissa/Leszno und Fraustadt/Wschowa. Beide Städte sind reich an (Kirchen-) Geschichte. So berühmte Namen wie Valerius Herberger, Johann Heermann, Johann Amos Comenius sind mit ihnen verbunden. Bei Stadtrundgängen und Museumsbesuchen wollen wir ihre spannende Geschichte erkunden. Und wir werden der Frage nachgehen: Was ist aus den außerordentlich großen ehemaligen evangelischen Kirchen geworden? Wer kümmert sich um das reiche evangelische Erbe? Wie sieht seine Zukunft aus?
Leitung: M. Kempgen, Dr. A. Franke; Kosten: ca. 45,- € p. P.

28.04.2017: „Im Muldental zwischen Riesenstiefel und Mönchstoilette“
- Ganztagsfahrt nach Leisnig und Klosterbuch –
Im Tal der Freiberger Mulde gibt es so einiges zu entdecken. Da ist zunächst die wirklich sehenswerte alte Stadt Leisnig mit dem Riesenstiefel im Heimatmuseum als Wahrzeichen und der Burg, von der man einen herrlichen Blick in das Muldental hat. Und dann liegt unten im Tal ganz malerisch, an einer Biegung der Freiberger Mulde, das über 800 Jahre alte ehemalige Zisterzienser Kloster Buch. Das Kapitelhaus, das Abthaus mit Infirmerie und Krankenkapelle sind noch vollständig erhalten und auch das Necessarium. Die historischen Gemäuer lassen uns eintauchen in die Zeit und das Leben der Zisterzienser bis zur Reformation.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca.45,- € p. P.

MAI
19.05.2017: „Niederschlesien erfahren“ (1) – Natur und Kultur im Bartschtal
- Ganztagsfahrt in Kooperation mit der Kulturreferentin am SMG nach Trachenberg/Zmigród, Protsch/Pracze und ins Bartschtal -                     
Natur und Kultur sind die beiden Schwerpunkte unserer Exkursion. Zunächst geht es in das über 750 Jahre alte, geschichtsträchtige Landstädtchen Trachenberg/Zmigród. Es gehörte zur Standesherrschaft Trachenberg, mit der so bedeutungsvolle Namen wie von Kurzbach, von Schaffgotsch und von Hatzfeld verbunden sind. Von dort geht es weiter nach Protsch/Pracze, einem typischen Dorf mitten in den Wäldern des Bartschtales. Hier befindet sich die Kulturscheune von Bettina Harnischfeger, der Tochter des letzten evangelischen Pfarrers vom nahegelegenen Sulau. Ein ganz besonderes Erlebnis ist dann die ausgedehnte
Kutschfahrt durch das fantastische Naturschutzgebiet der Militscher Teiche, das seinesgleichen in Europa sucht.
Leitung: M. Kempgen, Dr. A. Franke; Kosten: 50,- € p. P.

JUNI
30.06.2017: „Ein Sommernachtstraum“

- Vorlese- und Grillabend in der Kreuzbergbaude –
Schöne lange Sommerabende laden zum Träumen ein und inspirieren Dichter zu traumhaft schönen Geschichten. Freuen Sie sich auf sommerliche Unterhaltung und einen leckeren Grillabend.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: 10,- € p. P.

JULI
05.07.2017: „Auf Entdeckung in der Niederlausitz“
- Ganztagsfahrt nach Luckau und seine Umgebung –
Luckau, unweit des Spreewaldes gelegen, war ab 1492 eine der Hauptstädte der Niederlausitz. Von dieser früheren Bedeutung zeugen noch heute der historische Altstadtkern, der vollständig von der Stadtmauer und dem Stadtgraben umgeben ist, der Hausmannsturm mit der Georgenkapelle, das klassizistische Rathaus, das Napoleonhäuschen und nicht zuletzt die gotische Hallenkirche St. Nikolai. Besonderer Erwähnung bedarf auch noch eine andere Kirche, die „Kulturkirche“. Lassen Sie sich überraschen, was es damit auf sich hat. Und seit Luckau im Jahr 2000 die Landesgartenschau ausgerichtet hat, finden sich in ihr und ihrer Umgebung großzügige Garten- und Parkbereiche. Luckau, eine Entdeckung, die sich lohnt!
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 45,- € p. P.

AUGUST
09.08.2017: „Federleicht und Tonnenschwer“ - Von Schmetterlingen und Mühlsteinen -
- Halbtagsfahrt nach Jonsdorf und zum Schwarzen Loch -
Wie schön das Schmetterlingshaus in Jonsdorf ist, und was es zu bieten hat, das hat sich wohl inzwischen rumgesprochen. Mehr als 35 Arten von Schmetterlingen flattern durch den Mini-Dschungel und erfreuen mit ihrer zarten Vielfalt die Besucher. Von einer Sehenswürdigkeit ganz anderer Art zeugen mehrere dekorative Mühlsteine in Jonsdorf. Sie stammen aus den Steinbrüchen rund um Jonsdorf. Der bekannteste unter ihnen ist das sogenannte Schwarze Loch, wo sich auch das Schaubergwerk befindet. Hier erfahren wir alles über den ganz besonderen Sandstein und die Geschichte der Mühlsteinbrüche.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca.28,- € p. P.

12.08.2017: „Evangelisches Erbe - Zerstörung, Umnutzung und Erhalt“ -
- Ganztagsfahrt in Kooperation mit der Kulturreferentin am SMG nach Krommenau/Kromnów, Bad Warmbrunn/ Cieplice Zdroj, Bad Flinsberg/Swieradów Zdroj und Greiffenberg/Gryffow –
Diese Fahrt widmet sich im Besonderen den Fragen, die mit dem Erhalt des Schlesischen evangelischen Erbes verbunden sind. Anhand von 3(4) (ehemaligen) evangelischen Kirchen wollen wir zeigen, wie unterschiedlich mit diesem Erbe umgegangen wird. Die Bandbreite reicht von
(Weiter-)Nutzung über Umnutzung bis zum Abriss. Jede Kirche, jeder Ort, den wir besuchen werden, hat dazu seine ganz eigene Geschichte.
Leitung: M. Kempgen, Dr. A. Franke; Kosten: ca. 42,- € p. P.

18.08.2017: „Polzen, Elbe und die Lange Fahrt“
- Ganztagsfahrt nach Tetschen/Decín, Cz -
Am Südrand des Nationalparks Böhmische Schweiz, am Zusammenfluss von Elbe/Labe und Polzen/Ploucnice liegt Decín/Tetschen, einstige Königsstadt und heute eine Stadt mit ca. 50.000 Einwohnern. Auf einem Fels über der Stadt erhebt sich das Schloss, dessen wechselvolle Geschichte zugleich die Geschichte dieser Region widerspiegelt. Die Geschichte dieser Stadt lässt sich auch gut an ihren Gottesdienststätten ablesen, der barocken Heilig-Kreuz-Kirche, der Johanneskapelle, der Kirche St. Wenzel und St. Blasius, der Jesuskirche der Böhmischen Brüder, der Jugendstilsynagoge. Bei einem geführten Stadtrundgang werden wir uns mit der Stadt vertraut machen. Und was es mit der „Langen Fahrt“ auf sich hat, das erfahren wir dabei auch.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca.42,- € p. P.

23.08. – 29.08.2017: „Europa kompakt“
- Auslandsstudienreise nach Slowenien -
Slowenien ist das Land der 1000 Gesichter. Auf engstem Raum finden sich herrliche Landschaften, die unterschiedlicher nicht sein könnten: die Julischen Alpen mit Schluchten und Flusstälern, faszinierende Karstgebiete und Höhlen, Weinbaugebiete und kleine Küstenstädte, k. u. k. Architektur und historische Volksbauweise, idyllische Dörfer und die sehr lebendige Hauptstadt Ljubljana/Laibach mit ihrer eleganten Jugendstilarchitektur. Slowenien ist übersichtlich, wohlgeordnet, hat von allem etwas, eben; Europa kompakt. Bei unserer Standortstudienreise – Standort wird ein gutes Hotel in Ljubljana sein – werden wir die Vielfalt und Einzigartigkeit dieses Landes kennen lernen.
Der genaue Ablauf der Reise kann Ihnen schon jetzt gern zugeschickt werden. Bitte wenden Sie sich an uns oder an den Veranstalter, unser bewährtes Vertragsreisebüro:
Conti-Reisen, Köln.
Leitung: M. Kempgen; Kosten (bei mindestens 18 vollzahlenden Teilnehmern): 995,- € p.P. im DZ; 1.255,- € p.P.im EZ

SEPTEMBER
20.09.2017: „Ein feste Burg“

- Ganztagsfahrt nach Nové Mesto p. Smr. / Neustadt a. d. Tafelfichte, Cz und Zittau -
Im östlichen Teil des Friedländer Zipfels, nur 4 km von der heutigen polnischen Grenze entfernt, liegt die Stadt Nové Mesto pod Smrkem, zu Deutsch: Neustadt an der Tafelfichte. Ursprünglich war die Bevölkerung hier überwiegend deutsch. Mit dem Aufschwung der Textilindustrie im 19. Jahrhundert kam für das kleine Städtchen auch eine Blütezeit, die sich nicht nur in Fabrikgebäuden, einigen Villen, dem wunderschönen Klinger-Mausoleum sondern insbesondere auch in der Sakral-Architektur niederschlug. Kein geringerer als Otto Bartning plante den Bau der sogenannten „Lutherburg“, ein für damalige Verhältnisse sehr moderner und funktionaler Gebäudekomplex mit Kirche, Gemeindesaal und Pfarrhaus. Ganz andere Zeugnisse protestantischer Kultur gibt es in Zittau zu bestaunen. Nach langer Restaurierung hat der Zittauer Epitaphienschatz endlich seinen Platz in der ehemaligen Franziskanerklosterkirche St. Peter und Paul gefunden. Diese Epitaphien gestatten einen eindrucksvollen Blick in die Glaubens-Lebenswelten des 16. und 17. Jahrhunderts. Sie sind eingebettet in die Inszenierung der vielfältigen und auch ungewöhnlichen Reformationsgeschichte der Oberlausitz.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 42,- € p. P.

28.09.2017: „Niederschlesien erfahren“ (2) – Natur und Kultur im Sprottebruch
- Ganztagsfahrt nach Primkenau/Przemków, Dalkau/Dalków, Hierlshagen/Ostaszów und in den Sprottebruch, in Kooperation mit der Kulturreferentin am SMG -
Unsere 2. Naturexkursion führt uns zunächst auf die bis zu 229 m „schwindelerregend“ hohen Dalkauer Berge, eines Ausläufers des eiszeitlich geformten Schlesischen Landrückens. Dieser Landstrich war vor dem Krieg ein beliebtes Ausflugsziel für Großstädter, insbesondere aber für die Glogauer. Von den Bergen geht es dann hinab in die Niederung, genauer in den Sprottebruch, ein Landschaftsschutzgebiet geprägt durch Teiche, Sumpfgebiete, kleine und große Gräben, die kleine und die große Sprotte. Hier lassen sich äußerst seltene Vögel beobachten und so manche Köstlichkeit probieren. Mit Planwagen werden wir ganz geruhsam diese friedliche Landschaft erkunden. Und natürlich nehmen wir uns auch die Zeit, so geschichtsträchtige Orte wie Dalkau und Primkenau zu besichtigen.
Leitung: M. Kempgen, Dr. A. Franke; Kosten: ca. 45,- € p. P.

NOVEMBER
07.11.2017: „Seide, Samt und feiner Zwirn“ – Oberlausitzer Bekleidung des 19. Jahrhunderts

- Halbtagsfahrt nach Bautzen –
Die Sonderausstellung im Bautzener Stadtmuseum widmet sich einem besonders sehenswerten Thema, nämlich der Bekleidung in der Oberlausitz im 19. Jahrhundert. Wer trug wann welche Tracht? Wie unterscheiden sich Stadt und Land in ihrer Kleidung? Was konnte man mit der Kleidung alles ausdrücken? Denn Kleider machen ja bekanntlich Leute. Einen reizvollen Gegensatz zu diesem doch sehr weltlichen Thema bietet dann die Führung durch den erst kürzlich sanierten Dom St. Petri, eine der wenigen Simultankirchen in Deutschland und ein guter Abschluss für das Reformationsfestjahr.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 27,- € p. P.

DEZEMBER
08.12.2017: „Von Eisblumen, Christrosen und Weihnachtswundern“

- Musikalischer Vorleseabend in der Stadtmission –
Unser musikalischer Vorleseabend ist diesmal in Lied und Literatur in breitgefächerter Form dem Thema „Blumen/Pflanzen“ in der Advents- und Weihnachtszeit gewidmet. In bewährter Weise und u. a. mitgestaltet von Frau Kroll-Hurtig und Herrn Bewerich werden wir wieder diesen besinnlichen Adventsabend genießen können.
Leitung: M. Kempgen; Kosten: ca. 8,- € p. P.