Presse: "Kanzel zum 344. Kirchweihfest in altem Glanz“

Am Sonntag, dem 11. November 2018, um 14:30 Uhr, im Verlaufe des 344. Kirchweihfestes der St. Johanneskirche zu Reichenbach/OL können wir, nach einem Jahr der Restaurierungsarbeiten und der vielen Gerüste, die Kanzel und die dahinter liegende Wandmalerei der Gemeinde zum ersten Mal in neuer Gestalt zeigen.

Die Restauratoren Jan und Anke Großmann aus Radebeul zeichnen für die Kanzel in ihre vielen Einzelteile verantwortlich, der Restaurator Frank-Michael Heidrich aus Reichenbach für die Wandmalerei. Ein intensives und alle Kunst und alles Können beanspruchendes Jahr war das für alle Beteiligten, das uns diesen Zauber der St. Johanneskirche wieder "entdeckt" hat.

Zur Geschichte und damit zum Hintergrund:

Am 11. September 1670 brannte ein Großteil der Stadt nieder und die St. Johanneskirche brannte aus. Danach wurde bis 1674 die Kirche wieder aufgebaut und 1685 auch die Kanzel errichtet, 1707 farbig und mit Blattmetallen gestaltet ("staffiret").  Nach dem 30jährigen Kriege wurde diese Kirche als evangelische Kirche ausgestattet. Und so wurde damals darauf geachtet, dass auch das Evangelische besonders Betonung fand.

Damit war nun nicht mehr länger, wie im Katholischen Glauben, der Altar der wichtigste Ort in der Kirche, sondern die Kanzel. Denn Paulus scheibt im Römerbrief (10,17), "der Glaube aber kommt durch die Predigt". Deshalb war die Kanzel als schönstes "Möbel" der Kirche zu gestalten. Von hier war das Evangelium, die Frohe Botschaft zu verkündigen. Das konnte nur von einem strahlend hellen Ort aus geschehen. 1888 wurde die Kanzel übermalt und auch ihr Wandvorhang. Man wollte mehr reformierte Nüchternheit in der Kirche haben und maß auch der Kunst vergangener Zeiten keine große Bedeutung meh bei. Dunkel und flach wirkte sie seither. Und das wird nun wieder deutlich vor Augen stehen, wenn wir Sonntag, die Kanzel enthüllen.

2016 stellten wir einen Antrag bei der Bundes und der Landesdenkmalpflege, um dieses Werk anzugehen und Michael Kretschmer, damals noch Bundestagsabgeordneter unserer Region, half dabei, dass die notwendigen Fördermittel bereitgestellt wurden, um dieses wundervolle und bedeutende Kulturgut dieser Stadt und sicher auch dieser Region, wieder so erstrahlen zu lassen.

Dieser besondere Moment soll zu Kirchweih begangen werden.

Mit freundlichem Gruß,

Christoph Wiesener

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Pfarrer Christoph Wiesener
Gemeindekirchenratsvorsitzender

Ev. Kirchengemeinde Meuselwitz-Reichenbach/OL
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