Vormittagsakademie: Der Ölberggarten in Görlitz - Inszenierte Landschaft zwischen Kidrontal und Heiligen Grab

Referent: Christian Freudrich, Görlitz (Tiefbau und Grünflächenamt der Stadt Görlitz)
Schon der Name Kidrontal für den kleinen Flusslauf, der über die Lunitz in die Neiße führt, macht deutlich, dass es hier eine Verbindung mit der Stadt Jerusalem gibt. Kidron stammt aus dem Hebräischen und ist der Name für ein Tal am Stadtrand von Jerusalem, das die Erhebung der Stadt von dem Hügel trennt, der als Ölberggarten ein wichtiger Ort auch in der Passionsgeschichte ist. Auch wenn sich Häuser, Wege und Bebauung über die Jahrhunderte änderten, so ist doch das geographische Profil der Landschaft geblieben und eben jene Oberflächengestalt war Anlass für die Lage des Heiligen Grabes in Görlitz. Denn der Wallfahrer Emmerich entdeckte die Ähnlichkeit bis hin zu den Entfernungen zwischen der Erhebung, auf der die Peterskirche steht, und den Anhöhen am damals nordwestlichen Stadtrand und verglich das mit dem Jerusalemer Tempelberg, Golgatha und dem Ölberg. Also eine Landschaft, die „in Szene gesetzt“ wurde für das Nachempfinden der letzten Nacht Jesu, seiner Kreuzigung und österlichen Auferstehung. In diesem Ensemble ist das Kidrontal und der Ölberggarten neben dem Heiligen Grab ein wichtiger Orientierungspunkt. Wie dem auch heute in Gestaltung und Bewirtschaftung Rechnung getragen wird, zeigt der Vortrag von Christian Freudrich.