Vormittagsakademie: Brückenbauer der Ökumene

Referentin: Cornelia Fichtner, Görlitz
Nicht erst heute sind Menschen auf der Suche nach neuen Lebensräumen, neuen Chancen, besseren Lebensbedingungen. Die Besiedlung Amerikas, insbesondere der Vereinigten Staaten von Nordamerika, ist Folge mehrerer großer Auswanderungswellen. Dass in dieser Bewegung auch Menschen aus Schlesien und der Oberlausitz ihre Heimat verließen, ist bekannt und schon oft thematisiert worden. Die Weggehenden nahmen nicht nur ihre Traditionen mit, sondern eben auch ihre Frömmigkeit, ihr Gottvertrauen. Der Glaube war unterwegs, er konnte mitgenommen werden, er wurde gebraucht als Begleiter und im Unterschied zu den vielen Dingen, die von den Auswanderern aufgegeben werden mussten, war er mobil.
Unter den Kolonien bildete Pennsylvania, eine Gründung des Quäkers William Penn, besonders viele religiöse Richtungen ab: Quäker, Lutheraner, Reformierte, Herrnhuter, Schwenkfelder. Eine Seite des Aufeinandertreffens waren Spaltungen, die andere Einigungsversuche. Für den Großraum Philadelphia - der Stadt der brüderlichen Liebe - stehen dafür: Nikolaus Graf v. Zinzendorf im 18. Jhdt. und der gebürtige Schweizer und in Deutschland ausgebildete Theologe Philipp Schaff. Beide waren Pioniere auf dem Weg zur Ökumene des 20. Jahrhunderts.
So ist mit der Geschichte der Gemeinden in Amerika auch der Beginn der Ökumene verbunden. In einem Jahr, in dem wir auf 70 Jahre Ökumenischen Rat zurückblicken, ist es angebracht, sich diesen Impulsen zuzuwenden. Intensiv damit beschäftigt hat sich die Theologin Cornelia Fichtner, die selbst einige Jahre in Amerika verbracht hat.