Vorstellung: Pfarrerin Christiane Mantschew
Am 1. Mai dieses Jahres wurde ich als Pfarrerin für die Kirchengemeinden Förstgen, Gebelzig und Groß Radisch im Ev. Kirchenkreis NOL eingeführt. Die auf dem Bild bin ich beim Ausmisten eines Schafstalls im Kloster der Communität Christusbruderschaft, einem evangelischen Orden in Selbitz / Bayern.
Ich mit meiner Mistkarre zwischen zwei Parkplatzschildern mit Richtungsweisern — das war im Frühling 2007. Da habe ich eine „Auszeit“ genommen, um nach dem Tod meines Mannes neue Kraft zu schöpfen und klarer zu sehen, in welche Richtung es weitergehen soll / darf. Mir hat es jedenfalls sehr gut getan und für meine Gemeinden war es eine positive Herausforderung, es auch mal ohne mich zu schaffen — zumal in der Passions- und Osterzeit.
Wo komme ich her? Aufgewachsen bin ich als Älteste von 6 weiteren Geschwistern in einer Pfarrersfamilie in Mühlbeck bei Bitterfeld. Nach der 10. Klasse besuchte ich 3 Jahre das Kirchliche Proseminar in Naumburg und schloss mit einem Abitur ab. Danach studierte ich Theologie in Naumburg und in Leipzig. Nach dem 1. theologischen Examen 1985 ging ich nach Berlin, verdiente meinen Lebensunterhalt mit verschiedenen Jobs und arbeitete ehrenamtlich in der Suchtgefährdetenhilfe der Inneren Mission mit.
Nach dem Vikariat in Berlin, wurde ich 1991 als Pfarrerin im Entsendungsdienst in meiner ersten Pfarrstelle Freienhufen im Kirchenkreis Senftenberg - Spremberg ordiniert. Inzwischen hatte ich geheiratet, 1988 wurde unsere Tochter Maria geboren. Nach 10 Jahren musste ich wegen Personalstellenüberhangs die Pfarrstelle wechseln und kam nach Ziltendorf in den Kirchenkreis „An Oder und Spree“. Nach 8 Jahren habe ich mich in den Kirchengemeinden Förstgen, Groß Radisch, und Gebelzig beworben.
Hier bin ich nun angekommen und erlebe:
Es tut gut, wenn Menschen einen nicht gleich mit Erwartungen und Forderungen vereinnahmen, sondern einfach erst einmal dankbar dafür sind, dass nach fast
2 Jahren Vakanz wieder eine Seelsorgerin vor Ort für sie da ist. So kann ich recht gelassen erst einmal auf die Menschen zugehen, sie besuchen, sie kennen lernen. Besonders liegt mir am Herzen, dass der christliche Glaube unseren Alltag, den Sonntag wie auch unsere Feste prägt und gestaltet.
Jeder Gottesdienst kann schön und darf etwas besonderes sein. Zu Andachten in der Passions- und Adventszeit möchte ich einladen und zu Glaubenskurse, die dem lebendigen Austausch dienen.
Musik ist in meinem Leben etwas ganz Wichtiges: Ich selber spiele Klavier und habe in meinen früheren Gemeinden einen Chor geleitet, der das Gemeindeleben kräftig bereichert hat. Ich glaube, dass das Singen und Musizieren in unseren Gemeinden - wenn es denn die Menschen dort abholt, wo ihr Herz schlägt - im einfachen und besten Sinne „frohe Botschaft ist“, ein Hinweis auf den Himmel, auf den wir zugehen, der aber schon „mitten unter uns“ ist.
Christiane Mantschew
