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"Das Geheimnis der Liebe heißt loslassen können"

Persönliche Erklärung von Regionalbischof Dr. Hans-Wilhelm Pietz zur Veröffentlichung der Kandidaten für das Generalsuperintendentenamt im Sprengel Görlitz der EKBO

Die Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat im Jahr 2006 beschlossen, die Zahl ihrer Sprengel von vier auf drei zu verringern, um so den Entwicklungen in der schlesischen Oberlausitz zu entsprechen und ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen den Sprengeln zu erreichen. Als Zeitpunkt für diese Veränderung wurde die Phase der Ruhestandseintritte von Generalsuperintendent Martin-Michael Passauer (2008) und Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz (Anfang 2010) festgelegt.

Im Blick auf diese Strukturveränderung hatte ich als Regionalbischof des Sprengels Görlitz (alt) insbesondere darauf hinzuwirken, dass die im Neubildungsvertrag zwischen der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz und der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg in Artikel 15,3 getroffene Festlegung zum Zuge kommen konnte. Im Neubildungsvertrag hatten sich beide Kirchen darauf verständigt, dass Görlitz auch nach einer Neugliederung der Sprengel Sitz eines Generalsuperintendenten bzw. Regionalbischofs bleibt. Im Prozess der Reduzierung der Zahl der Sprengel beschloss die Landessynode im Herbst 2009, zum 01.01.2010 den neuen Sprengel Görlitz mit Sitz in Görlitz aus den bisherigen Sprengeln Cottbus und Görlitz zu bilden. Nun steht die Wahl eines leitenden Geistlichen für diesen neuen Sprengel Görlitz an.

Im Verlauf der Bildung des neuen Sprengels Görlitz sind unter den Verantwortungsträgern im ehemaligen Sprengel Cottbus erhebliche Vorbehalte gegenüber meiner Integrationskraft und Eignung für das Zusammenführen der unterschiedlichen Prägungen und Traditionen entstanden. Diese Vorbehalte sind mir in den vergangenen Monaten deutlich vermittelt worden. So gilt es, auch in diesem Fall nach dem Grundsatz zu verfahren: "neue Struktur - neue Person". Auf eine Kandidatur als Regionalbischof für den neuen Sprengel Görlitz muss ich verzichten, gerade weil ich mit meiner Arbeit und meiner Geschichte für das Gelingen der Integration der verschiedenen Bereiche in unserer Kirche stehe und dieses nicht gefährden darf.

Ich bedauere diese Entwicklung sehr, zumal ich schon im Verfassungsausschuss unserer Kirchen und in deren Synoden, seit 2004 auch in meinem Amt mit theologischer Leidenschaft, Leitungskompetenz und dem Einsatz meiner Person für die Neubildung und die Integration der Teilbereiche gewirkt habe.

Bis zum 31.12.2010 werde ich die Aufgaben des Regionalbischofs im Sprengel Görlitz (alt) unserer Kirche gemäß dem mir gegebenen Auftrag wahrnehmen und mich danach für einen anderen Dienst in unserer Kirche mit Lebensmittelpunkt in Görlitz bereit halten.

Görlitz, den 18. August 2010

Dr. Hans-Wilhelm Pietz

 
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