Presse: "memento mori – Erinnerungen an das Leben und den Tod", Völkerkundemuseum Herrnhut
Ab 14.10.2008 geht eine neue Sonderausstellung im Völkerkundemuseum Herrnhut auf den Komplex Tod und Vergänglichkeit ein.
Totenmaske, Detlev Graf von Einsiedel (1773 – 1861), aus der Sammlung von Carl Gustav Carus (Museum für Völkerkunde Dresden)
Im Herbst werden in christlich geprägten Kulturen, so auch in unserem Land, mehrere Fest- und Feiertage begangen – Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag und seit einiger Zeit auch Halloween - die dem Gedenken an die Verstorbenen gewidmet sind bzw. sich mit dem Tod beschäftigen. In diesem Zusammenhang soll die Exposition Einblicke in das zwar allgegenwärtige, aber öffentlich kaum zur Sprache kommende Thema bieten.
Kultur vergleichend wird in der Ausstellung mit Hilfe von Beispielen aus zahlreichen Regionen und verschiedenen Religionen – Christentum, Buddhismus, Islam – dargestellt, wie Menschen weltweit mit dieser Sache umgehen. An Hand von ausgewählten Exponaten aus den Beständen der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen in Leipzig, Dresden und Herrnhut sowie einiger Leihgaben des Archivs der Brüder-Unität Herrnhut und der Zisterzienserinnenabtei Klosterstift St. Marienthal in Ostritz werden Kleidung, Schmuck, Amulette und kunsthandwerkliche Dinge gezeigt, die mit Tod, Trauer, Jenseitsvorstellungen und Erinnerungen an Verstorbene im Zusammenhang stehen.
Unterschiedliche Grab- und Friedhofsformen der Vergangenheit und Gegenwart, vom frühgeschichtlichen Megalithgrab, über australische Baumsärge bis hin zu den flachliegenden Grabsteinen des Herrnhuter Gottesackers, werden vorgestellt. Die besondere Anlage des Gottesackers der Herrnhuter Brüdergemeine gelangte mit deren Mission im 18. und 19. Jahrhundert in verschiedene Gebiete der Erde. Weite Verbreitung erfuhr auch die Bestattung in Grabnischen, die nach wie vor in Südspanien gebräuchlich ist. Im Gefolge der Inbesitznahme der Kanarischen Inseln und großer Teile Lateinamerikas durch die Spanier gelangte diese Begräbnisform auch in die Neue Welt, wie einige Fotos vom Cristobal-Colón-Friedhof in Havanna (Kuba), dem zweitgrößten Friedhof der Welt, und von Friedhöfen auf den Kanaren und aus Ecuador zeigen.
Die Ausstellung, eine Gemeinschaftsarbeit mehrerer Wissenschaftler der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsens, kann im Völkerkundemuseum Herrnhut bis zum Totensonntag (23.11.08) besichtigt werden.
Völkerkundemuseum Herrnhut
Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen
02747 Herrnhut, Goethestraße 1
Telefon und Fax: 035873/2403
www.voelkerkunde-herrnhut.de
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 9.00 - 17.00 Uhr
Sonnabend und Sonntag 9.00 - 12.00
und 13.30 - 17.00 Uhr
