Görlitz: Reformation als Christusfest

Foto vor dem Gottesdienst.
Von vorn links: Bischof Zbigniew Kiernikowski aus Legnica/ Liegnitz, Bischof Wolfgang Ipolt aus Görlitz, Bischof Waldemar Pytel aus Wroclaw/ Breslau, Bischof Markus Dröge aus Berlin, Generalvikar Alfred Hoffmann aus Görlitz. Mitte: Lektorinnen und Lektoren. Hinten: Pfarrer Hans-Wilhelm Pietz, Generalsuperintendent Martin Herche, Pfarrer Norbert Joklitschke.
Foto: Bettina Bertram

Ökumenischer Versöhnungsgottesdienst vor Pfingsten mit vier Bischöfen

Ganz im Zeichen der Versöhnung stand ein ökumenischer Gottesdienst im 500. Jahr der Reformation in Görlitz. Dazu waren am Vorabend des Pfingstfestes knapp 500 evangelische und katholische Christen des Sprengels Görlitz der EKBO und des Bistums Görlitz, der Diözese Breslau und des Bistums Liegnitz in der Peterskirche oberhalb der Neiße zusammengekommen.

Am Gottesdienst wirkten die evangelischen Bischöfe Markus Dröge (Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz), Waldemar Pytel (Diözese Breslau der Ev.-lutherischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Polen) und die katholischen Bischöfe Wolfgang Ipolt (Görlitz) und Zbigniew Kiernikowski (Legnica/Liegnitz) zusammen mit Generalsuperintendent Martin Herche aus Görlitz, Generalvikar Alfred Hoffmann und weiteren Görlitzer Pfarrern, Lektorinnen und Lektoren mit.
Musikalisch wurde der Gottesdienst von Chören aus Zgorzelec (Kirchenchor Moys/ Ujazd, Leitung Malgorzata Duda) und Görlitz (Domchor, Leitung DKMD Thomas Seyda; Chor der Lutherkirche, Leitung KMD i.R. Erich Wilke; Kantorei der Innenstadtgemeinde, Leitung KMD Reinhard Seeliger) gestaltet.

„Mit Freude haben wir erkannt, dass das, was uns verbindet, viel größer ist als das, was uns trennt“, unterstrich Generalsuperintendent Martin Herche eingangs: „Auf diesem Weg sind Verständnis füreinander und Vertrauen zueinander gewachsen.“ Bischof Wolfgang Ipolt betonte gegenüber Polen und Deutschen verschiedener Konfessionen: „Wir kommen mit unterschiedlichen Gedanken und Gefühlen, mit Dankbarkeit und Klage, mit Freude und Schmerz, mit der Freude am Evangelium und der Trauer wegen der Spaltung. Wir sind zusammengekommen, um zu gedenken: in Dank und Schuldbekenntnis, in gemeinsamem Zeugnis und Verpflichtung“, so Ipolt. Bischof Markus Dröge aus Berlin ermunterte in seiner Predigt, Reformation als ein dynamisches Christusfest zu feiern, in dem die Basis der Kirche, Jesus Christus, der sich in seiner Liebe an alle Menschen wandte, in den Fokus genommen wird. Dröge rief die Gläubigen zum Handeln aus christlicher Verantwortung für den Nächsten und die Eine Welt auf. „Denn Glaube ohne Handeln ist wie ein Weinstock ohne Reben.“ (beb)