Gemeinsame Herausgabe „Schlesischer Gottesfreund“
Ab dem 1. Juli 2005 wird der Schlesische Gottesfreund gemeinsam von der Gemeinschaft evangelischer Schlesier und dem Evangelischen Kirchenkreisverband Schlesische Oberlausitz herausgegeben
Seit 55 Jahren gibt es eine Zeitschrift für evangelische Christen aus dem ehemaligen Schlesien. Vielen derer, die ihre neue Heimat nach Kriegsende und Vertreibung auf dem Gebiet der westlichen Besatzungsmächte fanden, wurde die „ Gemeinschaft evangelischer Schlesier (Hilfskomitee) e.V.“ gleichsam zur geistlichen Heimat. Das Vereinsblatt mit dem heute barock anmutenden Titel „Schlesischer Gottesfreund“ hat über ein halbes Jahrhundert hinweg Lebenswege begleitet, den Weg der Trauer über den Verlust vergangener Lebensräume mit beschritten und Perspektiven für ein neues Miteinander aufgezeichnet. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Pfr. em. Dietmar Ness (Groß Särchen) als verantwortlicher Redakteur in besonderer Weise um das Erscheinen des Blattes verdient gemacht. Dass die Leserschaft der Zeitschrift vor allem in den alten Bundeslänern beheimatet ist und zum überwiegenden Teil der älteren Generation angehört, erklärt sich aus dieser Geschichte.
In einer gemeinsamen Initiative der Gemeinschaft evangelischer Schlesier und des Evangelischen Kirchenkreisverbandes Schlesische Oberlausitz wird der Schlesische Gottesfreund ab dem 1. Juli zusammen herausgegeben werden. Nach Einstellung der Kirchenzeitung für die schlesische Oberlausitz und der regionalen Seiten kann man in Zukunft auf acht der insgesamt 16-seitigen, monatlich erscheinenden überregionalen evangelischen Kirchenzeitung aktuelle Informationen, Berichte und Kommentare zum Geschehen im Sprengel Görlitz und der evangelischen Diözese Breslau erhalten.
„An dem vertrauten Namen ‚Schlesischer Gottesfreund’ halten wir fest, weil er eine Botschaft transportiert, die weiterhin aktuell bleibt. Damals bei der Gründung im Jahr 1950, haben unsere Väter und Mütter an Abraham erinnert: ‚Geh aus deinem Vaterland und deiner Freundschaft und aus deines Vaters Haus in ein Land, das ich dir zeigen will’. (1.Mose 12,1)“ (aus dem Editorial zur kommenden Juliausgabe)
Der Schlesische Gottesfreund wird auch weiterhin dem Glauben eine Stimme geben, wird für den europäischen Einigungsprozess in gleichem Maße wie für das evangelische Schlesien eintreten, er wird Nachrichten vermitteln, Zeitgeschehen kommentieren, Geschichte pflegen und aufarbeiten und sich dankbar jeder konstruktiven Kritik stellen.
Andreas Neumann-Nochten
